Heimat- und Geschichtsverein Lorsbach e. V.

 

Lorsbach im Nationalsozialismus

Nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 erfolgte die nationalsozialistische Machtergreifung, bei der die demokratischen und rechtsstaatlichen Strukturen im Deutschen Reich zerschlagen wurden.

Auch in Lorsbach wurde in Folge dessen die Gemeindevertretung aufgelöst. Entscheidungen der Gemeinde wurden ab diesem Zeitpunkt im Gemeinderat getroffen. Dieser hatte neben dem hauptamtlichen Bürgermeister, der bis 1945 im Amt blieb, drei weitere Mitglieder, die ernannt wurden. Ob diese Personen der NSDAP angehörten, ist nicht bekannt, eine entsprechende Gesinnung dürfte jedoch Voraussetzung für ihre Ernennung durch diese gewesen sein.

1939 gab es in Lorsbach 105 Parteimitglieder der NSDAP. Als Lorsbacher Parteizentrale diente ein kleines, der Gemeinde gehörendes Haus in der Neueburgstraße. Daneben gab es in Lorsbach auch die bekannten nationalsozialistischen Gruppierungen SA, Hitler-Jugend (HJ), Bund Deutscher Mädel (BDM), Ortsfrauenschaft, Ortsbauernschaft usw., die die nationalsozialistische Ideologie auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens einbrachten und insbesondere auch bei Aufmärschen und Versammlungen auftraten.

Der zentrale Platz in Lorsbach war der Zimmerplatz. Dort fanden in Lorsbach die nationalsozialistischen Aufmärsche und Kundgebungen, wie z. B. am 1. Mai oder beim gemeinsamen Anhören von Radioansprachen Adolf Hitlers, statt.

Sichtbares Zeichen der nationalsozialistischen Herrschaft war auch die Umbenennung von Straßen. In Lorsbach wurden die Hofheimer Straße in Adolf Hitler-Straße und die Taunusstraße, heute ein Teil der Brückenstraße, in Horst Wessel-Straße umbenannt.

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