Heimat- und Geschichtsverein Lorsbach e. V.

 

Bombenangriff auf Lorsbach

Ein schrecklicher Aspekt des vom Deutschen Reich begonnenen Zweiten Weltkriegs war der Bombenkrieg. Lorsbach blieb lange von diesem Schrecken verschont. Bis kurz vor Kriegsende hat es in Lorsbach nur leichte Gebäudeschäden durch Bomben, die in die umliegenden Felder und Wälder fielen, gegeben. Dies änderte sich am 20. März 1945 mit dem ersten und einzigen direkten Bombenangriff auf Lorsbach.

Auslöser des Angriffs war offensichtlich ein Zug, der im Bahnhof Lorsbach stand. Der Zug war als Lazarettzug gekennzeichnet, aber auch an beiden Enden mit jeweils einem Wagen mit leichten Flugabwehrkanonen ausgerüstet. Ausgeführt wurde der Angriff von fünf Jagdbombern des Typs Thunderbolt der US Luftwaffe. Dieser Flugzeugtyp war mit Bordwaffen und jeweils zwei Bomben bewaffnet.

Der Angriff erfolgte zwischen 10:00 Uhr und 10:30 Uhr am Vormittag und dauerte wenige Minuten. Die ersten Bomben galten offensichtlich dem Zug, verfehlten diesen jedoch. Sie schlugen in zwei Wohnhäusern und dem Aborthäuschen des Bahnhofs ein und zerstörten diese vollständig. In einem der Wohnhäuser wurden acht Menschen getötet. Das Ziel der weiteren Bomben ist nicht mehr nachvollziehbar. Sie fielen in den Bereich Brückenstraße und Münsterer Straße. Dabei wurde ein Wohnhaus zerstört, in dem zwei Menschen getötet wurden. Bei dem Luftangriff wurden außerdem noch weitere Menschen verletzt und Gebäude teilweise erheblich beschädigt. Es starben insgesamt vier Kinder, drei Frauen und drei Soldaten in den Kellern der getroffenen Häuser.

Die Toten des Luftangriffs wurden aus Angst vor weiteren Angriffen am späten Abend des 23. März auf dem Friedhof am Hainerweg beerdigt. 1980 wurden sie an einen Ort umgebettet. Die Gräber blieben bei der Umgestaltung des Friedhofs zu einem Urnenpark im Jahr 2011 erhalten.

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