Heimat- und Geschichtsverein Lorsbach e. V.

 

"Aktion Gold von Tann"

Im Rahmen der „Aktion Gold von Tann“ sind Anfang 2020 insgesamt 128 Bestellungen für Bäume dieser alten Sorte bei uns eingegangen. Diese große Zahl hat uns überrascht und wir waren letztlich nicht darauf vorbereitet. Aus den von uns geschnittenen Edelreisern konnten von der Baumschule nur 45 Bäumchen veredelt werden, so dass wir leider nicht alle Bestellwünsche erfüllen können.
Ende Juni wuchsen in der beauftragten Baumschule 15 Buschbäume auf Unterlage M26 und 30 Hochstämme auf Sämlingsunterlage. Leider wird es dabei noch Ausfälle geben, da sich zum Beispiel Vögel auf die Veredelungen setzen und diese abknicken können.

Gold von Tann-Hochstamm (Höhe ca. 2,50 m)

Die Auslieferung der veredelten Bäumchen ist für Ende Oktober/Anfang November vorgesehen. Die Bäumchen müssen dann von den Bestellern sogleich eingepflanzt werden.

Eine „Aktion Gold von Tann“ wird es auch Anfang 2021 wieder geben, mit dem Ziel, dann auch alle Besteller zufriedenstellen zu können.
Zur Gewinnung von ausreichend vielen Edelreisern haben wir bereits die uns bekannten, alten „Gold von Tann“-Bäume so angeschnitten, dass sie über den Sommer viele neue, kräftige, einjährige Triebe entwickeln, die wir dann im Januar als Edelreiser schneiden können. Dazu besonderen Dank an Jan Weimar, Thorsten Weigand, Marvin Christ und Klaus Jeschke, die ihre Bäume dazu zur Verfügung stellen.
Wer noch weitere alte „Gold von Tann“ kennt, wird gebeten Herrn Huckriede darüber zu informieren!

Mehr Informationen zur „Aktion Gold von Tann“:
Streuobstwiesen sind ein charakteristischer Bestandteil der Kulturlandschaft rund um Lorsbach. Typisch für den Streuobstbau sind hochstämmige Obstbäume, die in der Regel auf Grünland ihre Standorte haben. Durch die extensive Nutzung bieten Streuobstwiesen Raum für viele Tier- und Pflanzenarten. Sie sind deshalb für den Naturschutz von großer Bedeutung.

Äpfel der Sorte "Gold von Tann"

Der Obstbau hat in Lorsbach eine lange Tradition. Im Jahr 1800 beschrieb der hessische Amtmann Schenck die Bewohner Lorsbachs als „ordnungsliebende Christenfamilien, deren Feldbau unbedeutend, deren Obstzucht jedoch beträchtlich“ sei. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war der Anbau von Obst, insbesondere von Äpfeln, für die Lorsbacher Landwirte wirtschaftlich bedeutsam.

Der Streuobstbau war jedoch auf Dauer nicht konkurrenzfähig gegenüber Obstplantagen und auch das Interesse für eine private Nutzung der Äpfel nahm immer mehr ab. Dies führte dazu, dass viele ehemalige Streuobstwiesen heute verwildert und von Gestrüpp überwuchert sind. Neuanpflanzungen gab es in den vergangenen Jahren nur wenige und die alten Obstbäume sterben aufgrund ihres hohen Alters nach und nach ab.

Dieser Entwicklung will der Heimat- und Geschichtsverein Lorsbach mit seiner Aktion "Gold von Tann“ entgegenwirken. Mit der Aktion soll das Bewusstsein für den traditionellen Obstbau und die Bedeutung von Streuobstwiesen gestärkt und der Erhalt der alten, lokalen Apfelsorte „Gold von Tann“ gefördert werden.

Näheres dazu findet sich auf dem folgenden Info-Blatt:


Das Info-Blatt zum Herunterladen gibt es hier:


Weitere Informationen zum Thema Streuobstbau in Lorsbach finden Sie hier: